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Kirche



Chronik

Der Ort Wiedenzhausen wird erstmals in einer Freisinger Urkunde vom 26. Mai 805 als ,,Winimunteshusiv“ erwähnt. Die Ursprünge der heutigen Kirche ,,Sankt Florian“ dürften ebenfalls aus dieser Zeit stammen. Wiedenzhausen gehörte lange Zeit zur Pfarrei Einsbach (bis 1841). Durch einen Brand im dortigen Pfarrhaus wurden zahlreiche Unterlagen vernichtet. Somit liegen keine exakten Angaben mehr über die Entstehung der Kirche vor.
Überliefert ist jedoch eine langjährige Bedeutung als Marien-Wallfahrts­kirche. Erst 1619 mit der Gründung des Klosters Taxa, ging diese Tradition zu Ende. Auf dem Hochaltar steht heute noch eine große Marienstatue, von der berichtet wird, daß sie aus dem selben Holz eines Lindenbaumes geschnitzt ist, wie das berühmte Mariengnadenbild zu Tuntenhausen bei Rosenheim. Mit dem Niedergang der Marienwallfahrt wurde das Patrozinium der Himmelfahrt Mariens, durch das Patrozinium des Heiligen Florian - also einem der 14 Nothelfer - abgelöst.
Die in der Substanz spätgotische Chorturmkirche (Turm über dem Altarraum) wurde 1666 - 1667 nach Westen verlängert und - im Barockstil gestaltet - eingewölbt. Da die Kirche von den Schweden her noch profan war, wurde sie am 18. Oktober 1671 neu geweiht. Der Bau des prachtvol­len Turmes wurde jedoch erst 1696 zum Abschluß gebracht. Er gehört mit seiner reichlichen Blendzier nicht nur zu den schönsten, sondern mit der stattlichen Höhe von 56 Metern auch zu den höchsten Kirchtürmen im wei­testen Umkreis. Man nimmt an, dass der Turm von Mathias Holl (Sohn des berühmten Baumeisters Elias Holl) errichtet wurde.
Über die Kirchenglocken heißt es in einer Kirchenbeschreibung der Erzdiözese Freising aus dem 19. Jahrhundert: ,,Schönes Geläut von 3 Glocken, wovon die kleinste von Bartholomäus Wengle in München 1615, die größte von Bernhard Ernst in München 1663, die mittlere aber von B. (Benedikt?) Ernst in München 1718, gegossen wurde“. In den Jahren 1834 bis 1836 wird von umfangreichen Renovierungsmaßnahmen berichtet.
Wie bereits eingangs erwähnt, trennte man im Jahre 1841 Wiedenzhausen von der Pfarrei Einsbach und schlug den Ort der Pfarrei Ebertshausen zu. 1868 bekam die Kirche einen neuen Glockenstuhl und 1900 eine Sakristei. Eine nochmalige bauliche Erweiterung des Kirchenschiffes erfolgte 1938 unter Pfarrer Otto Sturm.
Die während des 2. Weltkrieges abgelieferten Glocken ersetzte man 1950. Gegossen wurden die beiden ,,Neuen“ von der Firma Czudnochwsky aus Erding. Die älteste Glocke des Wiedenzhauser Geläuts ist - wie Sie bereits wissen - die 1615 gegossene ,,Sau-Glocke“. So genannt, weil die in den Wirren des 30-jährigen Krieges vergrabene Glocke von Schweinen wieder ans Tageslicht gewühlt wurde. Diese etwas sagenumwogene Glocke ist heute noch die Sterbe- und Wetterglocke der Ortschaft.
Der um die Kirche liegende Friedhof wurde im Jahre 1960 nach Süden erweitert. Zur gleichen Zeit wurde auch das Leichenhaus errichtet. Durch einen entsprechenden Grundstücksverkauf hielt man sich eine Friedhofserweiterung nach Norden offen. Die wohl umfangreichste und gründlichste Kirchenrenovierung erfolgte in den Jahren 1988 bis 1995 unter Pfarrer Josef Bacher und der Kirchenverwaltung mit Josef Schamberger an der Spitze. Beginnend mit dem Turm (1988) folgte ein Jahr später das Kirchenschiff mit neuer Dacheindeckung. Den Abschluss bildete die Innenrenovierung in den Jahren 1990 bis 1994. Seither ist die Kirche wieder der ,,Juwel des Ortes‘.
Quelle: Veröffentlichung von Peter Niedermair in der Festschrift der Freiwilligen Feuerwerhr 1996


Glockenweihe 1950 mit den örtlichen Fahnenabordnungen der Vereine


Link zu Kirchen und Kapellen mit freundlicher Genehmigung von Hans Schertl





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